Männermannschaft 2

Ahnatal / Calden schlägt Zwehren in einem „harten Kampf über 60 Minuten“ ODER Langsam, langsamer, am langsamsten, aber Hauptsache mit Auge

Die HSG Ahnatal / Calden II konnte gegen die HSG Zwehren einen wichtigen Heimsieg
einfahren. Nach einem großen Kampf schlagen die Wilhelmsthaler die Gäste aus Zwehren am
Samstag mit 37:35 (17:17). Ahnatal / Calden II steht damit nach 8 Spielen und 10:6 Punkten
auf Platz 2 der Tabelle. „Wir sind sehr glücklich, wieder eine Top-Mannschaft zuhause besiegt
zu haben“, so Trainer Olli Kramm nach dem Spiel. „Zwehren machte es uns aber sehr schwer –
es war ein harter Kampf über 60 Minuten.“
Der Trainer der Vereinten Ahnatal und Calden war vor allem mit der Defensivleistung seiner
Mannschaft zufrieden: „Unsere Abwehr und besonders der Rückzug gefiel mir sehr gut. Sie
brauchte mehr Tiefe und Aggressivität als sonst. Besonders Christoph Knak, Ex-Spieler der
MSG Ahnatal / Calden, hatten wir so sehr gut im Griff.“ „Wenn wir etwas konsequenter
gewesen wären, hätten wir das Spiel früher entscheiden können. So hätten es ein paar
Kleinigkeiten sein können – und Zwehren hätte das Spiel gedreht“, so das Fazit von Kramm.
Trainer Cramer ist aber vor allem „stolz auf die Mannschaft“ und die Spieler, die der Belastung
im ersatzgeschwächten Kader trotzten: „Wenn es eng wurde, zeigte die Mannschaft zum Glück
ihre Qualitäten. Da donnert ein Daniel Endtricht im 2. Spiel des Tages mit 100 Sachen auf die
Abwehr. Schäfer geht auch nach 45 Minuten noch steil und vor allem dahin wo es weh tat. Die
Spieler, die schon in den letzten Spielen viel Verantwortung trugen, machten wieder einen
guten Job.“
Kapitän Patrick Schäfer sieht den Sieg als „sehr wichtigen Sieg, um Kontakt zu den vorderen
Plätzen in der Liga zu halten“ und ist der Meinung, dass es „ein gutes Spiel gegen einen starken
Gegner“ war. Auch Thomas Damm, Trainer der HSG Zwehren II, zeigt sich trotz der knappen
Niederlage zufrieden: „Ahnatal / Calden machte ein großes Spiel. Ich bin sehr zufrieden mit der
Arbeit meiner Mannschaft. Wir waren sehr dicht dran. Leider unterliefen uns in der
entscheidenden Phase ein paar Fehler, sonst wäre noch mehr drin gewesen.“
Spielverlauf
Ahnatal / Calden und Zwehren starteten ausgeglichen ins Spiel, erst nach 19 Minuten gelang es
den Hausherren, sich mit einem Tore-Quartett über 5:7 zum 9:7 erstmals auf zwei Tore
abzusetzen (19.Minute). Sonntag, Endtricht, Schäfer und Cramer wechselten sich ab und
brachten den gegnerischen Torwart das ein oder andere Mal an seine Grenzen. Doch bei diesem
Superlativ sollte es nicht bleiben. Die Gastgeber schafften es umgekehrt innerhalb von 5
Minuten gleich 3 Zeitstrafen herauszuarbeiten. Sensationell aber tollpatschig! Man könnte
meinen die Trainer hätten besser eine Auszeit zum Luftschnappen nehmen sollen. Die
ambitionierten und vor allem im Durchschnitt jüngeren Gäste aus Zwehren nutzten diese
Gelegenheit und gingen in der 26. Minute mit 13:15 in Führung. Das Unentschieden zur
Halbzeit hatte man u.a. Rückraumbomber Dirk Reedwisch und Kreisspieler Timo Schäfer zu
verdanken. Reedwisch, auch liebevoll unser Dirkules gennannt, der mit seiner Präsenz die
Deckung permanent auf sich zog, ließ entweder selbst eine Rakete zünden, wobei zu erwähnen
ist, dass es ihm egal war ob der ein oder andere Gegenspieler wie eine Klette bis zum Abschluss
am Bizeps klammerte. Umgekehrt gelang es ihm unter Bedrängnis oft den Ball doch noch
variantenreich an den Kreis abzulegen. Timo Schäfer wiederum holte dann mit seiner
dynamischen Bewegung den ein oder anderen Siebenmeter heraus. Moritz Sonntag warf
letztlich mit seinem berühmten „Schwinger“ das erleichternde 17:17 und Timo Schäfer hielt es
nicht mehr aus und nahm sich mit einer Zeitstrafe noch 30 Sekunden vor Abpfiff selbst eine
Auszeit.
Trotz Unterzahl zeigten nach der Halbzeitpause die taktischen Wechselmaßnahmen der Trainer
Wirkung. Coach Kramm selbst hielt unmittelbar den ersten freien Wurf des sprunggewaltigen
Zwehrener von außen. Jungspund Tobias Spier verwandelte direkt seinen ersten Ballkontakt im
Spiel über Linksaußen. Justin Köhler wurde durch Endtricht am Kreis in Szene gesetzt, sodass
dieser mit 2 Treffern die 19:18 / 20:19 Führung zurück eroberte. Es zeichnete sich ab, dass
keiner der beiden Teams nachgeben, geschweige aufgeben wollte, sodass der Unparteiische
immer wieder zur Ruhe ermahnte, um die zunehmende Härte aus dem Spiel zunehmen.
Abgelenkt von den Auseinandersetzungen mit dem Schiedsrichter und dessen Entscheidungen
schlug die HSG Zwehren Kapital aus dem lückenhaften Rückzugsverhalten der Blau-Weißen,
Krug und Hildebrandt erkämpften die Zwehrener Führung (20:21) zurück. Obwohl die KrammSieben im Eins gegen Eins immer wieder gut an den Kreis durchbrechen konnte, war man den
Gästen in dieser Phase unterlegen, beim 23:27 sah es nach einer Niederlage aus (41. Minute).
Doch diesen Eindruck konnten die Hausherren innerhalb von nur 5 Minuten auf den Kopf
stellen, plötzlich stand ein 30:30 auf der Anzeigetafel (46.). Torhüter Klahold kam erfrischt und
gepudert von der Bank und die Auszeit zeigte sofort Wirkung. Gleich 3 Bälle am Stück parierte
er strahlend. In der Crunchtime haben die Gastgeber dann ihre individuelle Überlegenheit im
Angriff ausgespielt. Dabei überzeugte insbesondere Spielertrainer Cramer – er netzte gegen den
Tabellennachbarn ganze Siebenmal von außen. „Ricky hat stark gespielt und unglaubliche 7
Tore erzielt“, lobte Kramm sein Co-Trainer. Mit einem absolut traumhaften Unterarmwurf
schweißte Moritz Sonntag den Ball in den Winkel. Resultat trotz Auszeit der Gäste gingen die
Wilhelmstaler mit 33:30 in Führung. Zwehren blieb aber Hartnäckig und konnte mit 33:32 den
Anschluss wiederherstellen (52.).
Ein Beweis für den Kampfeswillen auf beiden Seiten die für die Zuschauer wohl grandiose
Szene: Der Ahnataler Rückraum steigte auch nach 55 Minuten noch in die 3 Etage, aber
Torhüter Timo Joop parierte diesmal zur Freude der Gästebank. Doch zu früh gefreut, der
abprallende Ball rollt zur linken Eckfahne und schnellen Schrittes versuchte der Torhüter den
Abpraller einzuholen. Hell-wach eroberte sich Simon Nauman den drudelnden Ball an der
Grundline links außen und kann zum Ärgernis des sich verlaufenden Zwehrener Torhüters (zw.
6 und 9 Meter, hat man ihn wiedergefunden) auf das leerstehende Tor werfen (35:32). Auch
das konnte keine Vorentscheidung sein. Pascal Schäfer und Till Krug trafen, und es stand 35:34
(57.). Mit seinem wichtigen Tor zum 36:34 bestätigte allerdings der Caldener Simon Naumann
den Abstand. Zwehren blieb in der 58. Minute nichts anderes übrig, als mit einer offensiven
Manndeckung zu versuchen in den Ballbesitz zukommen. Kramm reagierte folgerichtig mit
einer Auszeit und stimmte die Truppe ein: „Bewegung ohne Ball, ins Eins – Eins gehen und
sich ggf. festmachen lassen, möglichst auf Zeitspielen und kein Ballverlust riskieren“. Kurz vor
Schluss stellte Zwehren die Wurffalle auf Rechtsaußen, aber Cramer „langsam, langsamer, am
langsamsten“ und wie er selber sagt, „Hauptsache Auge haben“ versenkt zum Siegesjubel der
Zuschauer den Ball abermals im gegnerischen Tor (37:35).
Ein Spiel auf Augenhöhe und sicherlich wäre auch ein Unentschieden mehr als fair gewesen.
Erfreulich alle Spieler konnten sich in die Torschützenliste eintragen. Diesen Teamspirit und
diese Gefahr von allen Positionen müssen wir beibehalten, sagt Coach Kramm abschließend.
In diesem Sinne freuen wir uns auf die Rückrunde.
Es kämpften um Platz 2:
Moritz Sonntag 6 (4/4), Simon Naumann 2, Tobias Spier 1, Ricky Cramer 7, Daniel Endtricht
6, Timo Schäfer 5 (2/2), Patrick Schäfer 5 (2/3), Dirk Reedwisch 2, Justin Köhler 2, Fabian
Klahold (TW) und Oliver Kramm (TW + Trainer) sowie Mario Köhler (Betreuer)

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