Männermannschaft 2,  Spielberichte

HSG Twistetal gegen HSG Ahnatal / Calden II 23:31 (13:17)

Handball Bezirksliga B - Kassel / Waldeck
Sporthalle Twistetal Mühlhausen
20.10.18 um 15:00 Uhr
HSG Twistetal gegen HSG Ahnatal / Calden II 23:31 (13:17)

Twiste-Fluch endlich gebrochen

oder

Unverhofft trifft oft

Zum ersten Mal in der kurzen Vereinsgeschichte (seit Saison 13/14 als Männerspielgemeinschaft Ahnatal / Calden) ist es der HSG Ahnatal / Calden und genau genommen der 2ten Mannschaft in der Bezirksliga B gelungen den Twiste-Fluch zu brechen. Alle Handballmannschaften in Nordhessen wissen wie schwer es ist auswärts in der berüchtigten Handball-Scheune Punkte zu ergattern. Sei es die kleine Mühlhäuser Halle, das tobende Publikum direkt hinter dem Tor oder die punktuelle Heizung im 9-Meterbereich – die Bedingungen sind für alle Gäste schwierig, aber nicht zuletzt immer wieder ein außerordentliches Handballerlebnis.

Die HSG Ahnatal / Calden II schlug die HSG Twistetal III deutlich mit 23:31 (12:17) und übernahm – zumindest vorläufig – die Spitze der Tabelle. Doch angesichts der Personaldecke, war das keines Falls absehbar. Im Gegenteil Coach Cramer musste auf Routinier Marcus Pilz, Kreisläufer Christian Hartig, Rückraumwaffe Yannik Przbilla, Torhüter Holzki, Linkshänder Olli Kramm, Geheimtipp Daniel Endtricht und Youngster Leon Schareina verzichten. Letztendlich fuhr man mit etwas getrübter Stimmung und 7+1 hinter die feindlichen Linien. Vor Ort entspannte sich die Situation aber schnell, denn sowohl ein sehr ambitionierter Schiedsrichter (teilweise schneller als die eigenen Spieler), als auch kirmestypische Musik sorgten für das twistetaler Auswärtsflair und dementsprechender guter Laune.

Im Gegensatz zur letzten Woche kam Timo Schäfer nicht erst für einen Siebenmeter auf das Spielfeld. Er stand in der Startaufstellung, warf sich vom Kreis „warm“ (6-Tore allein in der ersten Halbzeit) und verwandelte später noch eiskalt seinen ersten Strafwurf! Die 6:0-Abwehr der Wilhelmstaler und Marco Krümmel, der sich lange Zeit oberhalb einer 50-Prozent-Quote bewegte, erwiesen sich als Schrecken der Twistetaler. Der Gastgeber aus Mühlhausen produzierte etliche Fehler. Die zweite Welle lief über Lars Sommerlade. Tor! Jan Klindworth rannte den nächsten Gegenstoß. Wieder Tor! Beim 7:8 nahmen die Gastgeber ihr erstes Team-Timeout.

An der Dominanz der Cramer-Sieben änderte das rein gar nichts. Fabian Kolodziej wurde zwar zu Boden gezogen, konnte dennoch erfolgreich einen Wurf platzieren 12:15. Jens Schröder kam zur ersten Überzahl auf Touren und erhöhte auf 13:17. Kurz vor der Halbzeit parierte Krümmel noch einen Siebenmeter, sodass man sich mit einer 4-Toreführung in die Pause verabschiedete.

Eine Viertelstunde ohne Fehler

Nachdem Schröder, das letzte Tor in der 1. Halbzeit platzierte, drehte er auch gleich den ersten Ball auf dem rechten Flügel zum 13:18 in die Maschen und leitete so den Wurfmarathon ein. Dominik Stelter entpuppte sich als Rückraumkanone und markierte das 13:19. Bis zur 42. Minute mündete so gut wie jeder Angriff in ein Erfolgserlebnis – Weltklasse, soweit man das in einem Bezirksliga Spiel behaupten darf! „Das war eine richtig gute Vorstellung der HSG Ahnatal / Calden II“, erkannte der Unparteiische aus Wolfhagen am Ende des Spiels an. Den lukrativen Vorsprung nutzte Cramer um den 17-jährigen Justin Köhler seine erste Chance im Männerbereich zugeben. Diese Gelegenheit ergriff Köhler direkt und netzte gleich im ersten Angriff vom Kreis (15:21). Stelter erhöhte mit zwei weiteren Toren auf 16:23. Erst nach einer Viertelstunde unterlief der Wilhelmstaler-Offensive die ersten Ballverluste (19:23). Diesen Abwärtstrend unterbrach Schäfer mit einem glücklichen Händchen am Siebenmeterpunkt (19:24). Kolodziej und Sommerlade erhöhten noch mal das Tempo und zeigten über die erste und zweite Welle was Tempohandball heißt (21:26). Besonders erwähnenswert war in dieser Phase aber das sehr gute Rückzugsverhalten, welches u.a. Sommerlade in der 50. Minute ermöglichte aus einem unterbundenen Gegenstoß den eroberten Ball direkt in ein Tor zu verwandeln. Ganz großes Kino. Steigern konnte diese Sensation nur noch ein spektakulärer Kempa-Pass über das ganze Feld von Torwart Krümmel auf Klindworth (21:27), welcher den Ball elegant am Twistetaler Torhüter vorbei legte. Spätestens da war die Moral der Gastgeber gebrochen und der Sieg zum greifen nah. Am Ende überzeugte Köhler noch mit dem 30ten Tor und Stelter versenkte mit dem ertönen der Sirene den letzten Ball zum verdienten 31:23. Nächste Woche Samstag steht wieder ein Derby in eigener Halle an. Der Gegner ist kein geringer als die Nachbarn aus Espenau. Wir freuen uns über lautstarke Unterstützung in der Sporthalle Calden (16:00 Uhr).  Es gilt die „weiße Heimweste“ zu bewahren.

Es brachen den Twiste-Fluch:

Justin Köhler (2), Jens Schröder (2), Dominik Stelter (10), Timo Schäfer (7), Jan Klindworth (4), Lars Sommerlade (4), Fabian Kolodziej (2) Marco Krümmel (TW) und Trainer Ricky Cramer

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